
DIW Econ Analyse beleuchtet Auswirkungen der Einsatzsteuer auf virtuelle Slotspiele in Deutschland

Die jüngste Untersuchung von DIW Econ im Auftrag des Deutschen Online Casinoverbands zeigt, wie die 5,3-prozentige Einsatzsteuer auf virtuelle Slotspiele den lizenzierten Markt in Deutschland benachteiligt, indem sie die effektive Rückzahlungsquote auf rund 89 Prozent senkt, während illegale Anbieter Werte von etwa 95 Prozent aufrechterhalten können, was Spieler zunehmend zu nicht regulierten Plattformen treibt und Steuerausfälle für die Bundesländer verursacht.
Hintergründe der Steuerregelung und ihre direkten Folgen
Seit der Einführung der Einsatzsteuer im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags erheben die Länder eine Abgabe auf jeden gesetzten Betrag bei virtuellen Automatenspielen, was laut der Analyse von DIW Econ zu einer spürbaren Verzerrung der Marktbedingungen führt, während internationale Vergleichsdaten aus anderen europäischen Ländern mit bruttospielertragsbasierten Modellen deutlich höhere Kanalisierungsraten in regulierte Angebote aufweisen.
Die Studie stützt sich auf Daten aus dem Zeitraum 2010 bis 2024 und vergleicht verschiedene Besteuerungssysteme, wobei sie feststellt, dass die deutsche Regelung die effektive Rückzahlungsquote für Spieler in lizenzierten Casinos reduziert und dadurch Anreize schafft, auf illegale Angebote auszuweichen, die keine solche Steuerlast tragen und somit attraktivere Quoten bieten können.
Vergleich mit internationalen Märkten und Kanalisierungseffekte
Internationale Beispiele verdeutlichen, dass Länder mit einer Besteuerung des Bruttospielertrags anstelle des Einsatzes eine bessere Integration von Spielern in regulierte Märkte erreichen, da die Steuerlast nicht direkt die Quoten beeinflusst, sondern am tatsächlichen Gewinn der Anbieter ansetzt, was laut der DIW Econ Untersuchung zu einer höheren Akzeptanz und weniger Abwanderung führt.

Die Analyse hebt hervor, dass die aktuelle Struktur in Deutschland bereits zu messbaren Steuerausfällen führt, da ein Teil der Spielaktivität in den illegalen Bereich abwandert, wo keine Abgaben an die Staatskassen fließen, während die lizenzierten Anbieter unter Wettbewerbsnachteilen leiden und die erwarteten Einnahmen ausbleiben.
Empfehlungen für die bevorstehende Evaluierung des Staatsvertrags
Vor der anstehenden Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags im Jahr 2026 schlägt die Studie einen Wechsel zum Bruttospielertragsmodell vor, um die Attraktivität des regulierten Marktes zu steigern und die Kanalisierung von Spielern in lizenzierte Angebote zu fördern, was durch internationale Daten gestützt wird, die zeigen, dass solche Systeme sowohl höhere Steuereinnahmen als auch besseren Spielerschutz ermöglichen.
Die Experten von DIW Econ weisen darauf hin, dass ohne Anpassungen der Steuerstruktur die Abwanderung zu illegalen Anbietern weiter zunehmen könnte, was nicht nur finanzielle Einbußen für die Länder bedeutet, sondern auch die Wirksamkeit regulatorischer Maßnahmen wie Alterskontrollen und Suchtprävention untergräbt, die im illegalen Bereich nicht greifen.
Schlussfolgerungen aus der Untersuchung
Zusammengefasst ergibt die Analyse, dass die Einsatzsteuer als Hemmnis für die Entwicklung eines funktionierenden regulierten Online-Glücksspielmarkts in Deutschland wirkt, und die Autoren empfehlen dringend eine Reform hin zu einem Bruttospielertragsansatz, um Wettbewerbsgleichheit herzustellen und die Steuereinnahmen langfristig zu sichern, wie aus den verglichenen internationalen Erfahrungen hervorgeht.