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Bundesgerichtshof verhandelt über Erstattungsansprüche bei Online-Casino-Verlusten ohne deutsche Lizenz

Leon Russell · Sep 21, 2026

Bundesgerichtshof verhandelt über Erstattungsansprüche bei Online-Casino-Verlusten ohne deutsche Lizenz

Bundesgerichtshof in Karlsruhe während einer Verhandlung zu Glücksspielrückforderungen

Die aktuellen Verfahren und ihre Hintergründe

Der Bundesgerichtshof hat in mehreren Verfahren, darunter den Leitfällen mit den Aktenzeichen I ZR 216/25 und I ZR 78/25, die Rückerstattung von Verlusten aus Online-Casino-Spielen geprüft, die ohne erforderliche deutsche Lizenz angeboten wurden, während die Anbieter wie Tipico Games über eine maltesische Lizenz verfügten und zwischen Ende 2020 sowie September 2022 in Deutschland tätig waren, und die Richter signalisierten eine Tendenz zur Nichtigkeit der Verträge wegen Verstoßes gegen das bis 2021 geltende Totalverbot sowie die fortbestehenden Lizenzvorschriften, was Spieleransprüche auf Rückzahlungen stützt.

Die Verfahren konzentrieren sich auf konkrete Klagen von Spielern, die Einsätze in unzulizenzierten Plattformen getätigt hatten, und das Gericht stellte fest, dass solche Verträge nach geltendem Recht unwirksam sind, weil sie gegen die strengen nationalen Regelungen vor dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 verstoßen, während zugleich die laufenden Lizenzanforderungen weiterhin gelten und eine endgültige Entscheidung noch aussteht.

Rechtliche Grundlagen und Auswirkungen auf ähnliche Fälle

Vor 2021 bestand in Deutschland ein umfassendes Verbot für Online-Casinos ohne staatliche Erlaubnis, und Betreiber mit ausländischen Lizenzen durften den Markt nicht bedienen, was dazu führte, dass Verträge mit Spielern als nichtig eingestuft werden können, wenn diese Vorschriften verletzt wurden, und das Gericht deutete an, dass diese Bewertung auch für die Zeit danach unter den neuen Lizenzregeln relevant bleibt.

Mehrere hundert vergleichbare Verfahren könnten von einer solchen Grundsatzentscheidung betroffen sein, da Spieler in ähnlichen Situationen auf Rückerstattung ihrer Verluste klagen und die Indikation des Bundesgerichtshofs die Position der Kläger stärkt, ohne dass bereits ein abschließendes Urteil vorliegt.

Symbolbild zu Online-Glücksspiel und rechtlichen Auseinandersetzungen in Deutschland

Der konkrete Fall mit Tipico Games und weiteren Anbietern

Im Mittelpunkt steht unter anderem Tipico Games, das über eine maltesische Lizenz verfügte, jedoch von Ende 2020 bis September 2022 in Deutschland ohne die erforderliche nationale Erlaubnis operierte, und Spieler machten in den Verfahren geltend, dass die getätigten Einsätze zurückerstattet werden müssten, weil die Verträge gegen die damaligen Verbote verstießen, während das Gericht diese Argumentation als aussichtsreich einstufte.

Weitere Anbieter mit ähnlichen Lizenzkonstellationen stehen im Fokus paralleler Klagen, und die Verhandlungen zeigen, dass die Richter die Verletzung der Lizenzpflicht als zentrales Kriterium für die Unwirksamkeit der Spielverträge betrachten, was zu einer möglichen Welle von Rückforderungen führen könnte, sobald die Entscheidung rechtskräftig wird.

Zeitlicher Kontext und mögliche Entwicklungen bis 2026

Die Verfahren laufen seit 2025, und Beobachter rechnen mit einer Entscheidung, die bis September 2026 weitreichende Folgen für den deutschen Glücksspielmarkt haben könnte, da die Indikation des Bundesgerichtshofs bereits jetzt die rechtliche Bewertung solcher Fälle beeinflusst und Anbieter sowie Spieler ihre Positionen anpassen.

Die Geltung des Totalverbots bis 2021 sowie die anschließenden Übergangsregelungen bilden die Grundlage für die Prüfung, und das Gericht betonte, dass die fehlende deutsche Lizenz den Vertragsschluss unwirksam macht, unabhängig von ausländischen Genehmigungen.

Abschließende Bewertung und offene Fragen

Ein endgültiges Urteil steht noch aus, doch die bisherige Tendenz des Bundesgerichtshofs unterstützt die Erstattungsansprüche der Spieler und könnte als Präzedenzfall für zahlreiche weitere Verfahren dienen, während die betroffenen Anbieter die Entwicklung weiter beobachten und rechtliche Schritte prüfen.

Die Aktenzeichen I ZR 216/25 und I ZR 78/25 markieren dabei den Beginn einer möglichen Reihe von Grundsatzentscheidungen, die den Umgang mit illegalen Online-Glücksspielangeboten in Deutschland nachhaltig prägen könnten.